Nach Oben

Was ist Industrie 4.0?

Revolution oder doch eher Evolution?

Ob Lohnfertiger, Verarbeiter oder Maschinenbauer – aus unserer Sicht bietet Industrie 4.0 für jedes produzierende Unternehmen Chancen, unabhängig von seiner Grösse und der Firmentypologie. Aus diesem Grund ist es den Branchenverbänden ein grosses Anliegen, die produzierenden Unternehmen des Werkplatzes Schweiz mit der Initiative «Industrie 2025» zu unterstützen.

Viele sprechen im Zusammenhang mit Industrie 4.0 von der nächsten, also der 4. industriellen Revolution. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass eine Revolution bereits im Voraus als solche bezeichnet wird. Es gibt aber auch viele Kritiker, die das ganze eher als Evolution sehen.

Wir finden die Diskussion resp. Spekulation, ob es sich nun um eine Evolution oder Revolution handelt, wenig zielführend. Wichtiger für die Unternehmen ist es, die Chance zu ergreifen und den bestmöglichen Benefit herauszuholen. Nur so kann die Wettbewerbsfähigkeit des Werkplatzes Schweiz auch in Zukunft erhalten werden. Sich dem Thema zu verschliessen, ist aus unserer Sicht keine Option.

Welche Revolutionen gab es bisher?

  1. Mechanisierung
  2. Elektrifizierung
  3. Automatisierung (oft auch: Computerisierung)
  4. Digitalisierung und Vernetzung (oft auch: Produktion mit cyber-physischen Systemen)

Was alle industriellen Revolutionen gemeinsam haben

  • Produktivitätssprünge
  • mehr Wohlstand
  • mehr Freizeit
  • Angst vor Jobverlust

Was bei dieser Revolution anders ist

  • Geschwindigkeit
  • Komplexität
  • Geschäftsmodellinnovation

Definition

Es gibt über 200 Definitionen von Industrie 4.0. Diese Tatsache unterstreicht die Komplexität und Vielfalt von Industrie 4.0. Vor allem lässt sie aber vermuten, dass es kein richtig oder falsch gibt. Wir sind der Meinung, dass aufgrund der Heterogenität der produzierenden Industrie und der vielen verschiedenen Märkte jedes Unternehmen für sich eine Definition von Industrie 4.0 erarbeiten sollte. Allgemeingültige, kurze und immer noch verständliche Definitionen nützen dem Unternehmen nur wenig. Trotzdem haben wir eine solche Definition erarbeitet:

Industrie 4.0 ist die nutzenbringende Vernetzung von Menschen, Maschinen, Produkten, Systemen und Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette und über den Produktlebenszyklus. Diese hat zum Ziel, effizienter oder produktiver zu produzieren und mehr Kundennutzen zu generieren.

Was sind die Enabler von Industrie 4.0?

Vor allem der meist exponentielle Fortschritt bei den Informations- und Kommunikationstechnologien sowie die damit einhergehenden Preiszerfälle ermöglichen es, wirtschaftliche Prozesse, Produkte, Services und gar neue Geschäftsmodelle zu etablieren. Noch nie war es so einfach und günstig für Unternehmen, auf entsprechende Dienstleistungen zuzugreifen.

Es geht um mehr als Technologie

Es ist wichtig zu verstehen, dass es neben der Anwendung von Technologien noch andere relevante Faktoren gibt. Am Ende geht es immer um eine wirtschaftliche Lösung für ein reales Problem. Wir sprechen hier gerne von Use Cases oder Anwendungsfällen, welche aus Methoden, Prozessen, Daten, Technologien und weiteren Elementen bestehen. Auch Softfaktoren spielen für die erfolgreiche Umsetzung im Unternehmen eine immer grössere Rolle. So sehen wir Industrie 4.0 als breiten Themenkomplex mit verschiedenen Teilgebieten – von der Finanzierung der Projekte bis hin zu neuen Arbeitsmethoden.

Ziele

Für die produzierenden Unternehmen ergeben sich die folgenden Zielsetzungen:

  1. Industrie 4.0 für Optimierungen: effizienter, bessere Qualität, genauere Planung usw.
  2. Industrie 4.0 als Innovationstreiber für mehr Kundennutzen

Was sind die Haupt-Stossrichtungen?

Prozesse: Bessere Steuerung und Optimierung von horizontalen und vertikalen Wertschöpfungsketten

Produkte & Dienstleistungen: Digitalisierung und Vernetzung der eigenen Produkte und Services

Geschäftsmodelle: Neue (digitale) Geschäftsmodelle

Nutzen für produzierende Unternehmen (nicht abschliessende Liste)

  • Steigerung der Effizienz/ Produktivität (intern)
  • Steigerung der Effizienz/ Produktivität des Kunden
  • Steigerung der Produkt- und Servicequalität
  • Stärkung der Kundenbindung
  • Schaffung von Zusatznutzen für den Kunden
  • Senkung der Durchlaufzeit
  • Steigerung der Kapazität
  • Wirtschaftliche Herstellung kleiner Losgrössen
  • Verkürzung der «Time-to-market»

Wie wird Industrie 4.0 umgesetzt?

Aus unserer Sicht ist es für den ersten Schritt (Einsteiger) und insbesondere für produzierende KMU wichtig, mithilfe von einzelnen Anwendungsfällen zu starten. Dabei werden eher kleinere Projekte mit grossen Erfolgsaussichten ausgewählt. Das Ziel muss sein, anhand praktischer Umsetzung und dem Betreiben von Anwendungsfällen Erfahrungen und Wissen rund um das Theme Industrie 4.0 aufzubauen. In einem zweiten Schritt resp. einer zweiten Phase wird dann firmenübergreifend passend zur Unternehmensstrategie eine Digitalstratgie entworfen. Denn der wahre Mehrwert von Industrie 4.0 liegt in der Vernetzung von Menschen, Maschinen, Produkten, System und Unternehmen. Das erfordert eine ganzheitliche Betrachtung.

Siehe dazu auch unsere Zielbilder und Handlungsfelder.

Herausforderungen der Vernetzung

Nebst den vielen Chancen entstehen durch die Vernetzung aber auch neue Herausforderungen wie zum Beispiel: 

  • Cyber Security
  • Finanzierung
  • Komplexität
  • Fehlendes Wissen (z.B. Data Analytics)
  • Geschwindigkeit

Umsetzungsbereiche von Industrie 4.0

Industrie 4.0 und Digitalisierung können grundsätzlich in jedem Unternehmensbereich angewendet werden. Wobei wir uns auf die Produktion (shopfloor), auf die Produkte und Services sowie die einhergehenden Geschäftsmodelle konzentrieren. Da ein Anwendungsfall verschiedene Unternehmensbereiche tangieren kann, ist eine scharfe Abgrenzung eher schwierig.

Gefahren, wenn man sich nicht mit dem Thema beschäftigt

  • Attraktivität als Arbeitgeber sinkt
  • Effizienz kann nicht weiter oder nur marginal gesteigert werden
  • Prozesse: Kunde fordert Digitalisierung (z.B. schnellere und konsistentere Offertprozesse, Integration in ERP-Systeme)
  • Wettbewerb überzeugt durch digitale Lösungen
  • Start-up schöpft Teil des Geschäfts ab
  • Wichtige Innovationsquelle wird nicht genutzt

Kommende Veranstaltungen von Industrie 2025

  • 24.11.2022
    BildungsangebotVeranstaltungen von Industrie 2025Vergünstigt für Partner

    Halbtagesseminar «Digitaler Retrofit»

    ZürichIndustrie 2025
     
  • 24.01.2023
    Veranstaltungen von Industrie 2025Vergünstigt für PartnerWeitere Veranstaltungen

    8. «F&E-Konferenz zu Industrie 4.0»

    RotkreuzIndustrie 2025
     
  • 09.05.2023
    Veranstaltungen von Industrie 2025Vergünstigt für Partner

    10. Industrieforum 2025

    Brugg-WindischIndustrie 2025
     

Themen Industrie 4.0

Durch Industrie 2025 kurartierte Artikel, Studien, Referate und Whitepaper zu den unterschiedlichen Themen im Bereich Industrie 4.0 / Digitalisierung

Digital Industry – ist die Vision umgesetzt?

Das Industrieforum 2025 hat unter diesem Titel einmal mehr gezeigt, wie vielseitig, aber auch komplex das Thema Digitalisierung ist. Potenzial und Herausforderung liegen für Unternehmen nahe beieinander. Gerade deshalb ist die Veranstaltung ein wichtiger Treffpunkt, um über die Präsentation von strategischen Themen und konkreten Projekten Inspiration und Orientierung für den eigenen digitalen Weg zu erhalten. Eine wichtige Ergänzung war wiederum die begleitende Ausstellung zu aktuellen technologischen Lösungen und der Gelegenheit zum Austausch.

Mehr erfahren

Kennen Sie Ihre digitalen Schwachstellen?

Cybersicherheit ist ein ernstzunehmendes Thema für Unternehmen. Bei der konkreten Umsetzung im Betrieb und den damit verbundenen Herausforderungen tauchen aber schnell Fragen auf. Worauf gilt es insbesondere in der Industrie zu achten? Wie geht man mit dem verbleibenden Restrisiko um und was hat das Ganze mit Team-Sport zu tun? Die beiden Experten Levente Dobszay von Electrosuisse und Christian Borst von der AWK Group AG erklären.

Mehr erfahren

Zukunftstrends in der Vermögensverwaltung Non-fungible Tokens (NFTs)

von Patrick Comboeuf Patrick Comboeuf, laut «Handelszeitung» einer der profiliertesten digitalen Vordenker der Schweiz, teilt in diesem Essay ein paar Gedanken über Non Fungible Tokens oder NFTs. So heissen die aufsehenerregenden, auf der Blockchain basierenden Eigentums- und Echtheitsnachweise, die gerade die Kryptowelt und den Kunstmarkt aufmischen.

Mehr erfahren

«Cybersicherheit ist Chefsache» | Interview mit Florian Schütz

Die Verantwortung für Cybersicherheit liegt in erster Linie bei den einzelnen Unternehmen und Institutionen. Wie ist die Situation bei den Schweizer Firmen und worauf sollten sie achten? Wir haben die Person gefragt, bei der die Fäden für dieses Thema zusammenlaufen: Florian Schütz, Delegierter des Bundes für Cybersicherheit und Leiter des Nationalen Zentrums für Cybersicherheit (NCSC). Das Interview führte Gabriela Schreiber.

Mehr erfahren

Der digitale Zwilling in der Fertigungsindustrie

Mit der rasanten Entwicklung neuer Technologien wie Cloud Computing, Internet of Things, Big-Data-Analytik und künstliche Intelligenz ist das Zeitalter der intelligenten Fertigung angebrochen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der «Digitale Zwilling» auf. Mit den neuen Technologien kombiniert ermöglicht er es, komplexe Aufgaben besser zu bewältigen.

Mehr erfahren

Kostenlose Machbarkeitsabklärungen für Ihre Idee mit Daten

Haben Sie Ideen für ein Vorhaben, welches Sie mit der Verwendung von Daten lösen möchten? Der Databooster ist ein von der Innosuisse finanziertes Netzwerk, welches mit Ihnen Lösungsvorschläge erarbeitet und Machbarkeiten klärt.

Mehr erfahren

Wo steht ihre Produktion bezüglich Smart Manufacturing?

Mit Smart Manufacturing wird die Industrie 4.0 Realität. Mit dem von Zellweger Management Consultants AG entwickelten «Smart Manufacturing Assessment» erfahren Sie, wie Sie beim Thema Smart Manufacturing heute aufgestellt sind.

Mehr erfahren

Eine privatwirtschaftliche Initiative will die Industrie 4.0 beschleunigen

Im Jahr 2015 gründeten drei Branchenverbände die Initiative «Industrie 2025». In dem Netzwerk mit Lösungsanbietern und Dienstleistern wollen sie gemeinsam das Potenzial der Industrie 4.0 ausloten. Die Nachfrage ist gross.

Mehr erfahren

Chancen zuhauf, aber auch Hürden

KI ist der neuste Hype. Wo steht die Schweizer MEM-Industrie bei diesem Thema? Die hier versuchte Bestandesaufnahme beruht auf den Ergebnissen der Studie «Künstliche Intelligenz in Industrie und Dienstleistungen» der SATW.

Mehr erfahren

«Oertli goes digital» oder wie man ein Mammut isst

Erste digitale Initiativen liefen bereits und es war der Wunsch vorhanden, sich umfassender mit dem Thema auseinanderzusetzen. An diesem Punkt hat die OERTLI Werkzeuge AG mit Industrie 2025 Kontakt aufgenommen. Sieben Monate später lag eine ausgearbeitete Roadmap mit konkreten Stossrichtungen für die Umsetzung der Digitalisierung vor. Geschäftsführer Jürgen Gabrielli gibt einen Einblick in die Zusammenarbeit.

Mehr erfahren

Industrie 4.0 kompakt erklärt

Unsere Website verwendet Cookies, damit wir die Page fortlaufend verbessern und Ihnen ein optimiertes Besucher-Erlebnis ermöglichen können. Wenn Sie auf dieser Webseite weiterlesen, erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
Weitere Informationen zu Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Wenn Sie das Setzen von Cookies z.B. durch Google Analytics unterbinden möchten, können Sie dies mithilfe dieses Browser Add-Ons einrichten.