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Neue Horizonte: Einblicke in die Expansion und Innovation der GRITEC AG

Matthias Kühne 28. Januar 2024
Wir sprechen mit Matthias Schwaninger, dem führenden Kopf hinter dem jüngsten Erweiterungsprojekt der GRITEC AG, über den Beginn des Ausbaus ihres Technologiezentrums am 15. November 2021. Als zentraler Architekt dieses Vorhabens erörtert Schwaninger, wie dieser Schritt neue Entwicklungsmöglichkeiten für das Unternehmen schafft und die Rolle des Standorts Grüsch als Innovationszentrum stärkt. Er geht zudem auf die wachsende Bedeutung von Digitalisierung und Sicherheit in der Fertigungsbranche ein.

Mit dem Spatenstich am 15. November 2021 begann der Erweiterungsbau mit dem neuen Technologiezentrum. Dies gibt der GRITEC AG mehr Raum und Möglichkeiten für Neuentwicklungen und Realisierungen. Was stand am Anfang dieses Projektes bzw. was gab den Ausschluss so ein Projekt zu starten?

Matthias Schwaninger: Mit dem Erweiterungsbau des Technologiezentrums bekennt sich Gritec deutlich zu Grüsch als Dreh- und Angelpunkt.

Unsere Kunden wollen einen lokalen Single-Point-Partner. Mit dem neuen Technologiezentrum stellen wir die Weichen für die Zukunft und startet in eine neue Stufe der Kundenorientierung. Im Neubau können wir jetzt auch grössere Anlagen industriell selbst herstellen. Um schneller am Markt zu sein, möchten unsere Kunden ihre Produkte und Anlagen nicht nur mit uns konzipieren und entwickeln, sondern auch gleich industriell herstellen. Es ist für Kunden wichtiger geworden, alles über einen Partner abzuwickeln und so rasch wie möglich mit einer Lösung am Markt sein zu können. Um das stark wachsende Auftragsvolumen auch personell auffangen zu können, werden mit dem Ausbau in naher Zukunft attraktive Arbeitsplätze für weitere 30 neue Mitarbeitende geschaffen.

 

Neben dem wachsenden Geschäftsbereich Manufacturing Services nehmen Digitalisierungsthemen immer mehr zu. Wie macht sich dies bei GRITEC bemerkbar?

Matthias Schwaninger: Es macht sich bemerkbar, dass produzierende Betriebe in der Schweiz vor neuen Herausforderungen stehen. Qualitativ hochstehende und verlässliche Automatisierung in der Produktion, war über viele Jahre Garant für den Erfolg der Schweizer Wirtschaft. Die Branche muss nun durch Digitalisierung und durch neue Geschäftsmodelle diesen Trend fortsetzen.

Es gibt ein Bedarf nach mehr Individualisierung, hin zum wachsenden Druck nachhaltiger und flexibler produzieren zu müssen bis zu Unsicherheiten in den Lieferketten. Das Ganze wird befeuert durch einen akuten Fachkräftemangel. Die Digitalisierung eröffnet da der produzierenden Industrie neue Potenziale und Chancen – konfrontiert sie aber auch mit neuen Herausforderungen. Wir bieten mit unseren Digitalisierungslösungen der produzierenden Industrie die notwendigen Werkzeuge, um diese Herausforderung zu meistern. Die GRITEC AG setzt auf dem Weg zur Industrie 4.0 auf 3 entscheidende Game Changer: Automation, Digitalisierung und Security.

 

Der Sicherheitsaspekt der Anlagen im Bereich von OT-Security wird zum wesentlichen Bestandteil jedes Projektes. Wie hat GRITEC sich diesem Thema angenommen und wie wurde das Knowhow erarbeitet? 

Matthias Schwaninger: In der GRITEC wurde schon früh erkannt, dass die Cyber-Risiken unter Kontrolle sein müssen, um die Chancen der Industrie 4.0 nutzen zu können. Wir haben uns daraufhin konkret auf 2 Topics fokussiert:

  • Implementierung und Zertifizierung der GRITEC AG nach ISO-27001 was im Feb. 2023 erfolgte,
  • Zertifizierung auf dem international anerkannten Standard IEC-62443 (Cyber Security für „Industrial Automation and Control Systems" (IACS)).

 

Sieht sich GRITEC heute im Bereich der OT-Security als Dienstleiter und Treiber? 

Matthias Schwaninger: Die Fertigungsindustrie ist stark im Fokus von Cyberkriminellen. Daher wird sich früher oder später nahezu jedes produzierende Unternehmen mit den Themen Cyber-Security auseinandersetzen müssen. Da die Grenzen zwischen Informationstechnologie (IT)- und Betriebstechnologie (OT)-Netzwerken verschwimmen, stehen Führungskräfte vor der Herausforderung, das Unternehmen vor fortschrittlichen Bedrohungen, über eine wachsende Angriffsfläche und ein komplexes Ökosystem zu schützen.

Durch unser Knowhow in der IT durch die ISO-27001, durch unser eigenes Industrial Automation Team und unsere zertifizierten IEC-62443 Engineers, können wir unseren Kunden anwendungs- und praxisbezogen Cyber-Security Lösungen anbieten und diese bei der Umsetzung und Implementierung unterstützen. Das Ganze geschieht immer unter den besonderen Bedürfnissen der Kunden Produktion und dessen IT-Umgebung.

 

Mit dem Erweiterungsbau wurde ein klares Zeichen zum Standort Grüsch gesetzt. Ist der Standort Grüsch in Bezug auf Fachkräfte und Nachwuchs kein «Risiko»? 

Matthias Schwaninger: Zwischen den Bündner Bergen wird auf höchstem Niveau geforscht, entwickelt und produziert. In den vergangenen Jahren ist ein Hub der Innovation entstanden in welchem national und international tätige Unternehmen spannende Arbeitsplätze in einer inspirierenden Umgebung bieten. Dadurch dass wir sehr gute Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten, attraktive Vergütungspakete, diversen Freizeit-/ Sportmöglichkeiten und eine gute Work-Life-Balance bieten, sehen und erfahren wir da kein Risiko.

 

High Tech aus Graubünden wird durch GRITEC gelebt. Gilt dies auch in Bezug zur internen digitalen Transformation?

Matthias Schwaninger: Wir haben erkannt, dass die Integration digitaler Technologien nicht nur eine Notwendigkeit ist, sondern auch enorme Chancen für Effizienzsteigerung und Innovation bietet. In den letzten Jahren haben wir gezielt in Technologien und Ausbildungen investiert, die unsere Geschäftsprozesse optimieren und unsere Mitarbeiter in die Lage versetzen, besser zusammenzuarbeiten. Z.B. haben wir verstärkt in datengetriebene Ansätze investiert. Die Analyse von internen Daten ermöglicht es uns, schnell zu reagieren und fundierte Entscheidungen zu treffen. Auch ist es uns gelungen, innert kürzeste Zeit unsere Produktion für Kundenprodukte komplett zu digitalisieren. Sowohl durch die vertikale Vernetzung der Anlagen in die Cloud wie auch durch die horizontale Vernetzung durch z.B. einer Integration der Supply Chain konnten messbare Mehrwerte erzielt werden. 

 

Wie ist dies im Unternehmen spürbar?

Matthias Schwaninger: Die Digitalisierung einzelner Geschäfts Prozesse durch ein agiles Vorgehen haben dazumal erste Erfolge erzielt. Aufbauen auf dieser Erfahrung wurde die Digitalisierung sowohl für die interne Transformation wie auch für die Umsetzung unserer Kundenprojekte in unsere Strategie aufgenommen und zur unternehmerischen Priorität erklärt. Unsere Mitarbeiter setzen diese Vision aktiv um. Bestehende Prozesse werden kontinuierlich hinterfragt, neu konzipiert und durch eigene Softwareanwendungen oder durch die Integration vorhandener Services wie die Microsoft Power Plattform oder durch Low Code App digitalisiert.

 

Zum Abschluss, welche drei Tipps geben Sie unseren Lesenden mit, für deren Weg der digitalen Transformation?

Matthias Schwaninger: 

Einbeziehung der Mitarbeitenden:Eine digitale Transformation darf nicht erzwungen werden. Mitarbeitende sollten offen für Veränderungen sein, müssen die Vorteile verstehen sowie das Benutzererlebnis erfahren, um dann aktiv bei der Implementierung der Lösungen mitzuwirken.

Agile Vorgehensweise: Ich stehe der Idee von Digitalisierungsstrategien mit einer 5-Jahres-Roadmap eher skeptisch gegenüber, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass unsere Branche sich gerade mitten in einem raschen technologischen Wandel befindet. Stattdessen halte ich agile Projekte mit regelmäßigem Kundenfeedback und schnellen Erfolgserlebnissen für zielführender in diesem sich schnell wandelnden Umfeld.

Kompetenzaufbau: Wer mit Digitalisierung erfolgreich sein will, setzt Wissensaufbau eigener Mitarbeiter oder auf Kooperation. Eine Kooperation mit Partnern, die fundierte Fachexpertise mitbringen, Prozesse verstehen und in einem starken Digital-Ökosystem vernetzt sind, ist unabdingbar.

Veranstaltungen zum Thema

Nachfolgend werden kommende und bereits durchgeführte Veranstaltungen rund um das Thema Industrie 4.0 aufgelistet. Falls Sie weitere zum Thema passende Veranstaltungen kennen oder Ihre Veranstaltung aufgeführt haben möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an folgende Adresse: <link _self mail-link>info@industrie2025.ch.

  • 07.03.2024
    Veranstaltungen von Industrie 2025Vergünstigt für Partner

    Factory Tour Graubünden

     
Matthias Kühne

Matthias Kühne

Ressortleiter Digitalisierung, Industrie 2025
matthias.kuehne@industrie2025.ch
+41 44 384 48 48

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