Industrie 2025: Einstieg in Industrie 4.0

Bei Präsentationen zu Industrie 4.0 wird in der Regel dessen Vision vorgestellt. Diese Vision wird mit Begriffen wie Intelligente Fabrik, smarte Produkte, selbstorganisierende Produktion oder Losgrösse 1 versehen. Diese Vision ist mit den aktuell verfügbaren und künftig zu erwartenden Technologien sicherlich realistisch. Aus Sicht von Unternehmen wäre es jedoch falsch, mit einem solchen Ziel in die Ära Industrie 4.0 einzusteigen oder sogar zuzuwarten, bis alle Technologien dazu bereitstehen. Die bereits bestehenden Anwendungsbeispiele zeigen deutlich, dass bereits jetzt Lösungen auf dem Ansatz von Digitalisierung und Vernetzung realisiert werden können.

Schritte zur Vernetzung und Digitalisierung in Wertschöpfungsketten können in einem gedanklichen Raum gemacht werden. Dieser Raum wird aufgespannt durch die horizontale Dimension der Wertschöpfungskette die Unternehmensgrenzen überschreitet sowie durch die vertikale Dimension der betrieblichen Organisation. Die IT-Systeme im Unternehmen beginnen bei der Maschinensteuerung und sind bis zur betriebswirtschaftlichen Software (ERP) oder sogar der Cloud vernetzt. Dieser Raum bietet eine Vielzahl von punktuellen Lösungen nach der Idee von Industrie 4.0.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass Prozessverbesserungen und Produktivitätssteigerungen implementiert werden. Es sollen also nicht Lösungen entwickelt werden, um eine attraktive Technologie einzusetzen. Dies bedeutet, dass ein Unternehmen nach der Identifikation von Schwachstellen in Prozessen, Produktionssystem oder Wertschöpfungsketten (upstream und downstream) gut evaluieren muss, ob bei der Optimierung ein zusätzlicher Nutzen durch den Einsatz von ICT-Technologien und Vernetzungskonzepten erzielt werden kann.

Solche Optimierungslösungen haben üblicherweise mehrere Aspekte, die geprüft und umgesetzt werden müssen:

  • Anpassung von Prozessen
  • Einsatz von ICT Technologien
  • Modellierung des digitalisierten Systems
  • Vielseitige Sicherheitsaspekte
  • Einhaltung von Standards bzw. Verwendung von offenen Schnittstellen

Um schon bei den ersten punktuellen Implementierungen auf den richtigen, sprich nachhaltigen Weg zu kommen, empfiehlt es sich für Unternehmen, sich eine eigene Vision konkretisiert mit einer Strategie zu entwickeln. Eine solche Strategie enthält auch Technologiekomponenten um die Zukunftsfähigkeit der schrittweise implementierten Lösungen sicherzustellen.