Jahrestagung Industrie 2025: Einmal mehr ein grosser Erfolg

«Fokus Industrie 4.0 – von Visionen zur Realität»: Über 300 Personen waren der Einladung der Initiative «Industrie 2025» gefolgt und haben an der Jahrestagung in Windisch von einem beeindruckenden Spektrum an Präsentationen und Themen profitieren können. Es war viel die Rede von unternehmerischem Mut und eindrückliche Beispiele haben verdeutlicht, was das im Firmenalltag heisst. Es wurden wertvolle Tipps gegeben und nützliche Instrumente vorgestellt, wichtige Themen wie Cyber Security und Arbeitswelt diskutiert, aber auch ein Blick auf gesellschaftliche Trends und die Zukunft geworfen.

 

Die Schweiz bietet Industrieunternehmen eine gute Ausgangslage für die erfolgreiche Ausschöpfung des Digitalisierungspotenzials. Darin waren sich Bundesrat Johann Schneider-Amman und Swissmem-Präsident Hans Hess in ihren Begrüssungsreden vor vollen Rängen einig. Der Bundesrat würdigte die Leistungen der Industrie und lobte das Engagement der Initiative «Industrie 2025». 

Botnetze, Datenklau und Erpressung

Doch es gibt auch Herausforderungen und zu den zentralen zählt die Sicherheit im Netz. Pascal Lamia, Leiter von MELANI (Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes) zeigte anhand verschiedener Cyber-Vorfälle auf, wo die Probleme liegen und mit welcher Strategie der Bund diesen begegnen will. An die Unternehmen gerichtet betonte er, dass die Sicherheit Chefsache sei und nebst technischen ebenso organisatorische Massnahmen ergriffen werden müssen. Auch Steffen Zimmermann vom VDMA griff das Thema auf. Er präsentierte die Ergebnisse einer Studie zu Industrial Security und verwies auf Leitfäden und Informationsblätter, mit welchen der deutsche Verband Unterstützung bietet (http://industrialsecurity.vdma.org).

Wie man erfolgreich die Komfortzone verlässt

Ob man nun erst eine Vision entwickelt und eine Strategie erarbeitet wie die Bystronic Laser AG, ob man punktuell digitale Projekte angeht (Midor, Brütsch Rüegger und Shouldcosting GmbH) oder sich an ein neues Geschäftsmodell wagt (Christenguss AG, Müller Martini, Securiton) – trotz unterschiedlicher Herangehensweisen herrschte bei den Referenten Einigkeit darüber, dass es Offenheit, Neugier und unternehmerischen Mut braucht. Mit der Digitalisierung sind Risiken und Unsicherheiten verbunden. Sie löst eine Dynamik aus, die über den Einsatz von Technologien hinaus auch organisatorische und kulturelle Veränderungen bewirkt. Wichtig ist, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: Wertschöpfung generieren und Kundennutzen schaffen.

Die Komplexität von Digitalisierungsvorhaben kann auch den Zugang zu Bankkrediten erschweren, weil herkömmliche Beurteilungskriterien nicht ausreichen. Michael Grabher erläuterte, wie er mit seinem Start-up Swiss Can Machinery AG von den Finanzierungsmöglichkeiten der Schweizerischen Exportrisiko-Versicherung SERV profitieren konnte. Matthias Weibel vom RUZ Raiffeisen Unternehmenszentrum wiederum gab den Anwesenden den Rat, in Szenarien zu denken und sich nicht auf die Präsentation von Zahlen zu beschränken, damit potenzielle Kreditgeber den Mehrwert von Projekten besser verstehen können. 

Talente, Toleranz und Territorien

Um Talente anzuziehen, braucht es ein Arbeitsumfeld, das individuellen Lebensmodellen Rechnung trägt. Toleranz für neue Arbeitsformen und Werthaltungen bildet die Voraussetzung dafür. Territorien im Sinne von geistigen, virtuellen und physischen Räumen wiederum inspirieren und ermöglichen produktives sowie innovatives Arbeiten. Dies sind drei der fünf T’s, auf welche die Initiative «Future of Work»der ABB Schweiz setzt. Andri Rüesch von Swisscom sprach davon, dass Tätigkeitsgebiete zunehmend von emergenter Komplexität, also sprunghaften Veränderungen, betroffen sind. Das wirkt sich auf den Umgang mit Wissen aus, welches schnell veraltet. Methoden- und Sozialkompetenz gewinnen an Bedeutung. Für Mitarbeitende rückt die Frage ins Zentrum: Welchen Beitrag kann ich leisten? Welche Skills habe ich und wie möchte ich mich weiterentwickeln? 

Hilfreiche Angebote der Initiative Industrie 2025

Die Initiative «Industrie 2025»konnte an der Jahrestagung zwei neue Online-Tools vorstellen, die sie für die konkrete Unterstützung der Unternehmen auf ihrem digitalen Weg entwickelt hat. 

Sie suchen mit Ihrem KMU den Einstieg in Industrie 4.0?Der Quickstarter 2025 (www.quickstarter2025.ch) bietet Hilfestellung bei der Realisierung erster digitaler Projekte und ermöglicht den Aufbau von einschlägigem Wissen. Er umfasst eine Schritt-für-Schritt-Anleitung sowie praktische Leitfäden und Tools zu den einzelnen Projektphasen.

Sie möchten wissen, welchen Einfluss die Digitalisierung auf Ihr Geschäftsmodell haben könnte? Das Online-Tool Opportunity 2025 (http://www.industrie2025.ch/dienstleistungen/relevanzcheck-fuer-geschaeftsmodelle.html) bietet einen Relevanzcheck, mit dem sich der aktuelle Stand des eigenen Geschäftsmodells und die Notwendigkeit für Veränderungen prüfen lassen. Anschliessend erhält man individuelle Handlungsempfehlungen.

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