Portrait

Herausforderungen der produzierenden Industrie in der Schweiz

Der stark überbewertete Franken, der ständig stärker werdende globale Wettbewerb, sowie das Hochkostenland Schweiz sind die zentralen Herausforderungen der heimisch produzierenden Industrie. Aber auch die Kundenbedürfnisse steigen in punkto Preis/Leistung und Lieferzeit kontinuierlich an. Ein weiteres Abwandern der industriellen Fertigung und der damit einhergehende Know-How- und Arbeitsplatzverlust muss verhindert werden. Zur Sicherung und Weiterentwicklung der Wettbewerbsfähigkeit sind die Konzepte der Industrie 4.0 ein wichtiger Ansatz.

Beschreibung von Industrie 4.0

Der Begriff „Industrie 4.0“ wurde 2012 durch die gleichnamige deutsche Zukunftsinitiative geprägt. Er drückt aus, dass nach der Mechanisierung, Elektrifizierung und Automatisierung nun die vierte industrielle Revolution im Gange ist: die Digitalisierung und Vernetzung entlang der Wertschöpfungsketten mit dem Ziel der Optimierung von Organisation und Steuerung der Prozesse. Grundlage dieses Wandels sind neue Technologien aus der Informations- und Kommunikationstechnik, die zunehmend in der produzierenden Industrie zum Einsatz kommen. Industrie 4.0 ist aber mehr als die Anwendung von Technologie - es ist ein Konzept und ein Denkmodell für Veränderungen in der Industrie auf Basis von verfügbaren und künftigen Technologien. Mit dem Konzept Industrie 4.0 wird die Vision einer intelligenten Fabrik innerhalb eines Wertschöpfungsnetzwerks verfolgt.

Industrie 4.0 als Antwort auf die Herausforderungen der produzierenden Industrie

Mit Industrie 4.0 kann die Flexibilität und Effizienz der Produktion optimiert und Ressourcen geschont werden. Dem Kunden können mehr Optionen angeboten werden, die flexible Produktion kann schneller liefern und kleine Losgrössen können wirtschaftlich gefertigt werden. Industrie 4.0 ist aber auch ein Innovationstreiber. Nebst neuen, „smarten“ Produkten offerieren die Industrie 4.0 -Ansätze Chancen für die Vermarktung von neuen Dienstleistungen oder die Einführung von neuen Geschäftsmodellen. 

Motivation eine gemeinsame Initiative zu lancieren

Die vier Verbände asut, Electrosuisse, Swissmem und SwissT.net haben die Wichtigkeit, das enorme Potential und die Unabdingbarkeit von Industrie 4.0 erkannt. Sie stellen sich deshalb gar nicht die Frage: „ob Industrie 4.0 kommt“, sondern nur „wie schnell sie Fahrt aufnimmt“. Die Notwendigkeit das Thema in der Schweiz koordiniert anzugehen ist gegeben. Sie sind deshalb überzeugt, dass durch eine zentralisierte und wirtschaftsgetriebene Initiative das Thema in der Schweiz effizient und effektiv vorangetrieben werden kann.

Die Initiative „Industrie 2025“

Der Begriff Industrie 4.0 bezeichnet das Konzept, welches die Transformation der Industrie hin zur Digitalisierung- und Vernetzung der Wertschöpfungsnetzwerke ermöglicht. Der Name „Industrie 2025“ bezeichnet die Schweizer Initiative. Unter diesem Namen will die Initiative die Vision von Industrie 4.0 und verbundenen Konzepten im Werkplatz Schweiz einführen und verankern. Der Name „Industrie 2025“ impliziert dabei einen längeren kontinuierlichen Transformationsprozess für die Schweizer Industrie.

Die Ziele von „Industrie 2025“

Als oberstes Ziel gilt es die Wettbewerbsfähigkeit Schweizer Unternehmen und des Werkplatzes Schweiz zu sichern und auszubauen. Konkret will man die betroffenen Akteure über das Thema Industrie 4.0 informieren, sensibilisieren, vernetzen und fördern. Um diese Ziele zu erreichen, werden verschiedenen Massnahmen umgesetzt:

  • Etablierung eines übergreifenden Denkmodelles (Charta) als Grundlage für das Handeln
  • Aufbau einer zentralen Anlaufstelle für Fragen rund um das Thema Industrie 4.0 in der Schweiz
  • Betreiben der Online-Plattform www.industrie2025.ch
  • Wissensaufbau in sämtlichen relevanten Themenbereichen
  • Internationale Markt-, Trend- und Aktivitätenbeobachtung
  • Koordination verschiedener Aktivitäten