Industrieforum 2025

INDUSTRIEFORUM 2025 – experten, praxis, inspiration

Angesichts der aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus (Covid-19) sehen wir uns leider gezwungen, auf die physische Durchführung des «Industrieforum 2025» dieses Jahr zu verzichten. Stattdessen werden wir am 12. Mai ein verkürztes Programm per Webcast übertragen

Das Team Industrie 2025 bedauert den Ausfall sehr. Jedoch hat die Gesundheit der Teilnehmenden und die Einhaltung der Vorgaben des Bundes für uns oberste Priorität. Wir sind überzeugt, dass wir Ihnen auch virtuell einen Mehrwert zum Thema Industrie 4.0 bieten können.

12. Mai 2020, per Webcast

Die digitale Transformation bedeutet ein umfassender Wandel im Unternehmen. Deshalb bieten wir einen ganzheitlichen Blick auf das Thema Industrie 4.0, greifen verschiedene zentrale Handlungsfelder auf, lassen Experten zu Wort kommen und Unternehmen von ihren praktischen Erfahrungen berichten. 


Datum       12. Mai 2020

Dauer       ca. 2 Stunden

Aufzeichnung Webcast

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Fragen und Antworten aus dem Webcast

Key Note

Florian Schütz

Die Nationale Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyberrisiken (NCS) ist formell nicht mit den Cyberstrategien der Europäischen Union oder anderen Ländern integriert, wurde aber durchaus unter Berücksichtigung des internationalen Umfelds entwickelt. Auch sind die Herausforderungen oft ähnlich bis deckungsgleich. Mit Ländern der EU findet regelmässig zu verschiedenen Themen ein Austausch statt. Dieser wird vor allem über das Cyber-Büro des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) unter Einbezug der Fachämter und als integraler Bestandteil der NCS geführt. Je nach Thema finden auch direkte Arbeiten der Fachämter mit ihren ausländischen Partnern statt.

Florian Schütz

Securityaspekte sollten generell in die Ausbildung integriert sein. Dabei ist wichtig zu beachten, dass es «die Security» nicht gibt, sondern das Themenfeld Cybersecurity sehr breit ist. Eine umfassende Ausbildung im Bereich Cybersecurity muss sich also über den gesamten Bildungsweg ziehen. Man fängt beispielsweise in der Grundschule an, den sicheren Umgang mit Informatikmitteln auszubilden und führt diese Ausbildung fort bis und mit Mittel- und Hochschulen sowie der Berufslehre. Auch bei Weiterbildungen sollte die Sicherheitsaspekte integriert werden. Natürlich ist es eher ein langfristiges Vorhaben, die gesamte Bildungslandschaft grundlegend zu verändern.
Mittelfristig sehe ich den Schlüssel zu gut ausgebildetem Nachwuchs in den genannten Berufsgruppen in der Berufsausbildung, also bei der Berufslehre und den Fachhochschulen. Das kann erreicht werden, indem jeweils die relevanten Sicherheitsaspekte zu spezifischen Ausbildungsthemen miteingebaut werden. Zum Beispiel sollten beim Thema «eingebettete Betriebssysteme» auch deren Sicherheitsaspekte (z.B Secure Boot, Verfügbarkeit von Kryptoprimitiven, usw.) und deren Anwendung mit ausgebildet werden.
Aber auch die Reformation dieser Ausbildungen wird Zeit brauchen.
Kurzfristig würde ich als Firma entweder mit meinem Verband oder selber Mentoringprogramme starten. So können Sicherheitsspezialistinnen und –spezialisten über Mentoring die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt über die praktische Arbeit weiterbilden und unterstützen. Die praktische Anwendung des Erlernten ist einerseits motivierend, da man die positiven Effekte und die Herausforderungen direkt sieht, andererseits erlaubt es dem Unternehmen, mit einer relativ überschaubaren Investition, einen Skaleneffekt zu ganzheitlich sichereren Produkten zu erreichen.

Geschäftsmodelle

Andreas Häberli

Den Ansatz einer digitalen Einheit (habe ich am Schluss des Vortrages nur noch kurz erwähnt), welche sich gesamtheitlich («Code-to-Customer») auf die Chancen der digitalen Transformation konzentriert, ist sehr herausfordernd. Es erzeugt jedoch letztendlich die Reibung, welche eine Transformation benötigt. Dies im Sinne der Förderung von konstruktiven Konfrontationen. Es darf aber nicht «alt» vs. «neu» ein Thema werden. Das interessiert keinen Kunden. Vielmehr nennen wir unserer traditionellen Produkte unser «core business», und die neuen digitalen Dienste «komplementäre digitale Dienste». Damit wird klar, dass das eine das andere benötigt aber beides einen eigenen Fokus braucht. Der Aspekt der Kultur kann nicht genug betont werden (pro memoria: «culture eats strategy for breakfeast»).

Andreas Häberli

Die Akzeptanz in einer zahlenorientierten Firma kann letztendlich nur durch Zahlen gestützt werden. Wir haben deshalb für die digitalen Services neue KPIs definiert, um den Erfolg zu messen, und um die Resultate in das Unternehmen einzugliedern. Ein Beispiel dafür ist der «Life Time Value», der sich aus den recurring fees eines digitalen Services über eine mittlere Dauer berechnet.

Andreas Häberli

Ja, absolut. Unser Markenversprechen ist ja Vertrauen. Wir wollen uns durch den transparenten und sicheren Umgang mit Daten von den grossen Plattformen differenzieren. Datenschutz, gerade auch im Umgang mit biometrischen Daten, steht da an vorderster Stelle. Die entsprechenden Grundlagen, wie z.B. ISO27001 als anerkannter Sicherheitsstandard, sind Teil der digitalen Transformation.

Kultur und Organisation

Annina Coradi

In der agilen Organisation tragen die Mitarbeitenden eine gemeinsame Vision und verfolgen dieselbe Strategie. Die Verantwortung, eine Aufgabe erfolgreich zu lösen respektive dem Kunden den gewünschten Mehrwert zu liefern und das Unternehmen nachhaltig am Markt zu positionieren, liegt beim Team. Das Individuum hat seinen Wirkungsbereich dort, wo es die Kompetenzen und Fähigkeiten aufweist. Der Einzelne wird noch viel weniger als in klassisch, hierarchischen Organisationen, alleine positionieren und erfolgreich sein können. Im Idealfall teilt er seine Ideen und Interessen mit dem Team und findet sogar Anklang. In diesem Moment können neue Ideen gemeinsam angepackt werden.

Annina Coradi

Die wirtschaftlichen Ziele eines Unternehmens müssen erreicht werden, um in die Zukunft zu gehen und die Transformation der Industrie proaktiv mitzugestalten. Damit eine erfolgreiche Zukunft zustande kommt, setzt jedes Unternehmen auf die wichtigste Ressource überhaupt - den Menschen. Dabei gelingt es der agilen Organisation dessen Fähigkeiten gezielt einzusetzen. Kann der Mitarbeitende das tun, worin er gut ist, wird er das Unternehmen leistungsfähiger machen. Er selbst ist produktiver und hat zudem Freude im Arbeitsalltag. Prozesse sind nach wie vor effizient zu gestalten mittels Scrum, Kanban, KPI's. So kann ein Unternehmen den bürokratischen Überbau reduzieren und Mitarbeitende befähigen.

Smart Factory

Lukas Weiss

Selbstverständlich, das kann eine wichtige Zielsetzung sein. In einem anderen Projekt ging es beispielsweise darum, die Erfolgschancen eines Produkts in der Endkontrolle aufgrund von Messwerten aus den Montageschritten vorherzusagen, um frühzeitig zu intervenieren resp. überflüssigen Aufwand zu verhindern.


Premiumpartner


Programm

Begrüssung

Robert Rudolph ist als Mitglied der Geschäftsleitung von Swissmem, dem Branchenverband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie für den Bereich Digitalisierung und Innovation zuständig. Er initiierte die Initiative "Industrie 2025", welche die Umsetzung der Konzepte von Industrie 4.0 in der Schweiz fördert. Robert Rudolph ist Elektroingenieur mit betriebswissenschaftlicher Weiterbildung. Seine Tätigkeiten in Industrie und Forschung waren stets von Technologie- und Innovationsthemen geprägt.
 

Key note

DER REFERENT

Florian Schütz has been appointed federal Cyber Security Delegate in June 2019. Before his current position he was Head of IT Risk & Security at Zalando SE, Europe`s largest fashion platform. Florian Schütz possesses a M.Sc. in Computer Science and a MAS in Security Policy and Crisis Management. In his free time he likes to travel off the beaten track, preferably on his motorcycle.  

Security

- Produkt CM Rollen - Systemaufbau
- Was ist zu berücksichtigen bzgl. Security:
  - in der Entwicklung
  - beim Verkauf
  - im Betrieb
- Wo hört die Verantwortung des Lieferanten auf und wo fängt die Verantwortung des Kunden an:
  - Produktabgrenzung/Lieferumfang
  - Welche Vereinbarungen bestehen zwischen Kunden und Güdel?

DER REFERENT

Michael Marti wurde 1988 in Zürich geboren. Er studierte Maschinenbau an der ETH Zürich. Seit 2013 ist er bei der Firma Güdel AG zuerst als Projektleiter in der Entwicklung und seit 2016 als Leiter der Entwicklung tätig. Dabei ist er verantwortlich für die Entwicklung der Standardprodukte im Bereich Components und Robotics.
Im Weiteren ist er Mitglied der Arbeitsgruppe Industrie 4.0 Security, die sich detailliert mit den Risiken der Digitalisierung und konkreten Massnahmen für die Industrie befasst.
 

Geschäftsmodelle

Die dormakaba (ehemals Kaba) bietet Lösungen rund um die Türe und hat im Jahr 2012 ihr 150 jähriges Jubiläum gefeiert. Nur dank der Fähigkeit zum stetigen Wandel konnte die Firma so lange erfolgreich bestehen. Im Zuge der digitalen Transformation ergänzt dormakaba ihre Produkte mit cloud basierten digitalen Diensten. Beispiele dafür sind der virtuelle Schlüssel für die Zutrittskontrolle auf dem Mobiltelefon, digitale Planungswerkzeuge, oder «Access Control as a Service». Das Referat gibt ein Lagebeurteilung der Reise von dormakaba in die digitale Welt und zeigt insbesondere, wie sich dabei auch die Geschäftsmodelle verändern.

DER REFERENT

- Schweizer Staatsbürger
- Ausbildung: Dipl. El.-Ing. ETH Zürich (CH); Dr. sc.tech. ETH Zürich (CH); Finanzmanagement für Executives St. Galler Business School (CH)
- Berufliche Laufbahn: Seit 2015 Chief Technology Officer und Mitglied der Konzernleitung dormakaba Gruppe (CH); 2011-2015 Chief Technology Officer und Mitglied der Konzernleitung Kaba Gruppe (CH); 2003-2010 Entwicklungsleiter und Mitglied Geschäftsleitung Kaba AG (CH), ab 2009 zusätzlich auch Kaba GbmH (AT); 1999-2003 Mitglied Geschäftsleitung Sensirion (CH); 1997-1999 Chip Design Engineer Invox (CA/USA)
- Weitere Tätigkeiten und Interessenbindungen: Seit 2018 Mitglied des Industrial Advisory Board des Departements Maschinenbau und Verfahrenstechnik der ETH Zürich (CH); seit Mai 2017 Verwaltungsrat Komax Holding AG (CH), seit 2016 Mitglied der Forschungskommission von Swissmem (CH) und Verwaltungsrat 3db Access AG
 

 

Kultur & Organisation

Einstieg: Meine Präsentation bietet einen Überblick der wichtigsten Themen der Arbeitswelt von morgen: agile Arbeitsmethoden, neue Organisationsformen Holocray, new Leadership, etc. Dabei gehen wir der Frage nach, was eigentlich die übergeordneten Ziele sind (Wissensbarrieren brechen, Innovation fördern und längerfristig am Markt erfolgreich sein) - hierzu werde ich Beispiele aus der Praxis zitieren und auf unterschiedliche Branchen eingehen, mit Fokus Industrie.
Hauptteil: Der Kern meiner Präsentation erörtert die wichtigsten Erfolgsfaktoren (aus der Wissenschaft Harvard Business School: Zuhören können, Empathie entwickeln, konstruktive Feedback geben, win-win Interaktionen anstreben, Führen und Folgen), um den Wandel in die Arbeitswelt von morgen zu schaffen. Einige Next-Practice Beispiele aus der Praxis zeigen, welche Fähigkeiten "wir" Menschen und Unternhmen brauchen, um eben lägerfristig am Markt erfolgreich zu sein.
Schluss: Im Abschluss liefert meine Präsentation konkrete Ansätze, wie einen Rahmen, ein Umfeld geschaffen werden kann, um diese Fähigkeiten zu trainieren. Damit sind wir fit für die Arbeitswelt von morgen!

DIE REFERENTIN

Annina Coradi gestaltet innovation opportunities für schlaue Köpfe! Sie ist Expertin für New Work und die nachhaltige, agile Organisation. Sie arbeitet mit Methoden aus dem strategischen Management, wie Design Thinking, Storytelling und Leadership Development. Annina Coradi verfügt über langjährige Erfahrung in der Privatwirtschaft und arbeitete mit Unternhmen wie Givauden, Mobiliar, Swiss Olympic, Avaloq, Amag, Swatch, Tamedia oder SBB zusammen. Aktuell unterrichtete sie an unterschiedlichen Hochschulen und ist selbständige Unternehmerin. Annina ist Schweizerin, spricht Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch. Sie lebt mit Ihrer Familie in der Stadt Zürich und im Engadin.

Smart factory

Werkzeugmaschinen sind die Schlüsselkomponenten der Wertschöpfung in der industriellen Fertigung, und sie bleiben es in der Smart Factory. Eine effiziente Produktionsplanung und -steuerung bedingt einen stetigen Abgleich zwischen Ist und Soll, was einen Datenaustausch zwischen Leitsystem und Fertigungsmitteln erfordert. Dem steht ein heterogener Maschinenbestand - hinsichtlich Typ und Alter - entgegen. Am Beispiel der Implementierung eines Manufacturing Execution Systems (MES) bei ABB Turbo Systems AG wird gezeigt, wie diese Hürden überwunden werden können.

DER REFERENT

Seit 2004 ist Lukas Weiss Leiter der Gruppe Maschinenkonzepte von inspire AG, dem Schweizer Kompetenzzentrum für Fertigungstechnik und Produktion und strategischer Partner der ETH Zürich. Zuvor war er 18 Jahre lang in verschiedenen Unternehmen der Schweizer MEM-Branche zunächst als Elektroingenieur in der Qualitätssicherung, dann als Projektleiter bei der Entwicklung und Produktionsverlangerung von Messinstrumenten und schliesslich als Entwicklungleiter des Schweizer Werkzeugmaschinenherstellers Tornos AG tätig.  

Digitalstrategie

Reishauer setzt als weltweit führender Technologienbieter für Verzahnungsschleifen seit Jahrzenten die Standards in der Branche. Reishauer hat bereits zahlreiche Projekte im Kontext von Digitalisierung und Industrie 4.0 realisiert. Um weitere digitale Vorhaben fokussiert voranzutreiben wurde eine firmenweite, auf die Unternehmensziele abgestimmte Digitalstrategie entwickelt. Geschäftsleitung, Kader und Mitarbeitende führten hierzu gemeinsam eine Ist-Analyse durch und erarbeiteten ein strategisches Zielbild sowie eine Roadmap für die digitalen Vorhaben.

DIE REFERENTEN

Fabrice Monti di Sopra verantwortet als Chief Technology Officer der Reishauer AG den gesamten technischen Bereich sowie die digitale Transformation. Die Reishauer AG ist der weltweit führende Technologieanbieter für Verzahnungsschleifen. Fabrice Monti verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung als CTO und CEO in verschiedenen Industriefirmen. Zugleich ist er Mitglied der Forschungskommission bei Swissmem. Fabrice Monti erwarb sein Doktorat in Physik an der EPFL Lausanne und absolvierte einen Executive MBA der Universität St. Gallen

 

Boris Ricken ist Head of Business Consulting bei der AWK Group und begleitet Unternehmen bei der Entwicklung digitaler Strategien und Geschäftsmodelle. AWK gehört mit über 330 Mitarbeitenden zu den grössten unabhängigen Schweizer Beratungsunternehmen für Strategieentwicklung, Informationstechnologie und Digitalisierung. Boris Ricken verfügt über langjährige Erfahrung in der Strategieentwicklung und als Chief Operating Officer. Im Rahmen der Initiative „Industrie 2025“ nimmt er die Co-Leitung der AG «Digitalstrategie» wahr. Sein Doktorat in Betriebswirtschaftslehre hat Boris Ricken an der Universität Zürich abgeschlossen.  

 

Programmkomitee

Dimitris DiSandro, Eugen Seitz | Roland Eschmann, Industrie 2025 | Philip Hauri, Industrie 2025 | Markus Koch, Deloitte | Markus Krack, FHNW | Uwe Leonhardt, intelliact | Dominik Müller, asut | Andres Nobs, Zellweger Management Consultants | Michael Rey, Rey Automation| Robert Rudolph, Swissmem | Roger Sonderegger, Swissmem | Roland Steinemann, SwissT.net | Alfred Zeuner, Bosch Rexroth


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